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Fallbeispiel: Homöopathie bei Schlafstörungen

Gähnender Mann - Homöopathie bei Schlafstörungen - Heilpraxis Markus Dankesreiter
(Bildquelle: Sammy Sander auf Pixabay)

Schlafstörungen können einen fertigmachen.

Bei manchen ist es so schlimm, dass ein normales Leben fast nicht mehr möglich ist. So wie in diesem Fall.

Es geht um einen jungen Mann, einen Studenten, 23 Jahre alt, der zu mir in homöopathische Behandlung kommt. Ein netter Kerl. Er ist zwar körperlich anwesend hier auf dem Stuhl in meinem Behandlungszimmer, aber er wirkt auf mich irgendwie unbeteiligt. Obwohl es um ein schwerwiegendes Problem geht: Er leidet an starken Schlafstörungen. So stark, dass es ihm schwer fällt, sein Leben auf die Reihe zu bekommen.

Er fragt mich, ob Homöopathie bei Schlafstörungen wirkt. Und ob ich ihm helfen kann.

Kann ich. Zumindest in diesem Fall. Und sogar ziemlich schnell: Es brauchte nur eine einzige Gabe von drei homöopathischen Globuli.

Aber der Reihe nach.

 

Eine Katastrophe namens Schlaflosigkeit

Sein Schlafverhalten ist völlig aus den Fugen geraten. Er leidet deswegen unter ständigem Schlafmangel, wegen der Dauermüdigkeit kann er sich schlecht konzentrieren. Für sein Studium ist das eine Katastrophe, denn Lernen geht kaum.

Wirklich verzweifelt macht ihn aber die Tatsache, dass die Müdigkeit sein Sozialleben so stark einschränkt. Man könnte es so sagen: Während andere sich treffen, arbeitet oder schläft er. Wenn er wach ist, schlafen die anderen.

Die üblichen Schlafzeiten sind ihm ein Graus. Sie werden sagen: Das ist bei Studenten nichts Ungewöhnliches. Stimmt. Aber bei ihm war es schon immer so.

Die Schlafprobleme haben sich bei ihm nämlich schon früh gezeigt, eigentlich schon als Säugling. Damals konnte er nachts trotz Müdigkeit schlecht einschlafen und das ist über die Jahre des Heranwachsens auch nicht besser geworden. Die Ursache dafür? Unbekannt.

Der Schichtdienst in einem Krankenhaus, mit der er sich ein paar Mal im Monat etwas dazuverdient, macht seine Schlafstörungen sicher auch nicht besser.

 

Schlaflos und unweckbar

Sein Schlaf-Wach-Rhythmus ist extrem.

Er geht meist zeitig ins Bett geht, liegt aber bis 7 Uhr morgens wach. Dann erst kann er einschlafen. Nach einigen Stunden erwacht er wieder, erschöpft und schlapp. Einschlafen kann er dann nicht mehr, trotz enormer Müdigkeit. Dabei tun ihm die Augen weh. Sie sind trocken und rot, als ob er ewig lange vor dem Fernseher gesessen hätte.

Hat er aber nicht.

Allerdings: Wenn er mal schläft, dann kann ihn nichts wecken. Auch kein auf Bombenalarm-Lautstärke gestellter Klingelton seines Smartphones'.

 

Einschlafen, auch wenn es nicht passt - Homöopathie bei Schlaflosigkeit - Heilpraxis Markus Dankesreiter
(Bildquelle: Engin Akyurt auf Pixabay)

Seltsame Symptome: Essen ohne Gewichtszunahme und Unempfindlichkeit auf Schmerz

Wenn Homöopathie bei Schlafstörungen wirken soll, sollte man auch Symptome berücksichtigen, die nichts mit dem Schlafen zu tun haben. Und davon gibt es in diesem Fall einige.

Seltsam ist zum Beispiel, dass sein Körpergewicht fast nicht auf sein Essverhalten reagiert: Er nimmt nicht zu, wenn er phasenweise viel ist, und er nimmt nicht ab, wenn er wenig isst. Sein Appetit wechselt zwischen Wolfshunger und Appetitlosigkeit. Insgesamt ist er eher untergewichtig.

Auch hier, beim Essverhalten, zeigte sich schon im Säuglingsalter, dass etwas ungewöhnlich ist:  Er hat als Säugling die Milch abgelehnt. Er wollte einfach nicht trinken und hatte deswegen abgenommen. Es war für die Mutter recht aufwändig, ihn hochzupäppeln.

Und es gibt noch eine weitere Auffälligkeit: Er scheint Schmerz weniger stark wahrzunehmen als andere. Es war schon in der Schulzeit so auffällig, dass manchmal besorgte Lehrerinnen bei der Mutter angerufen hatten, weil er geschlagen worden war, aber nicht geweint hatte. Auch Ärzte hatten besorgt reagiert, wenn er bei starken Mittelohrentzündungen, die ja üblicherweise sehr schmerzhaft sind, nicht geweint hatte.

 

Homöopathie bei Schlafstörungen - auch die Psyche muss man berücksichtigen

Die körperlichen Symptome eines Patienten sind natürlich wichtig, damit ich verstehe, mit welcher Erkrankung wir es hier zu tun haben. Darüber hinaus interessiert mich auch die Psyche des Patienten. Sie kann dafür ausschlaggebend sein, ein passendes Arzneimittel zu finden. Also frage ich ihn, was er denn für ein Mensch sei.

Was er erzählt, ist interessant - und irgendwie widersprüchlich:

Er hat sein erstes Studium hingeworfen und auch das zweite Studium begeistert ihn nicht. Er neigt dazu, Seminar- und Abschlussarbeiten zu spät abzugeben. Das ist natürlich problematisch. Sorgen machte er sich deswegen aber nicht.

Eigentlich macht er sich um gar nichts Sorgen.

Er möchte am liebsten nur Bücher lesen. Über Philosophie und andere für ihn interessante Themen. Es gibt also schon Dinge, die ihn interessieren. Bisher hat er aber noch kein Thema, kein Engagement, keinen Studiengang und keinen Beruf gefunden, für den er sich anstrengen will. Ihn begeistert nichts.

Keine Sorgen, kein Engagement, keine Begeisterung - was ist das? Teilnahmslosigkeit? Apathie?

Es gibt aber bei ihm nicht nur diese teilnahmslose Seite, sondern auch eine cholerische: Vor allem in letzter Zeit ist er schon von Kleinigkeiten gereizt. Zum Beispiel, wenn die Verpackungsfolie vom neuen Handy schlecht abgeht. Oder wenn jemand die Türe offenstehen lässt. Er explodiert dann förmlich. Manchmal hat er auch aus dem Nichts heraus enorme Wutgefühle, völlig grundlos.

Ich habe also einen gelassenen, fast schon zu sorglosen Menschen vor mir, der in letzter Zeit schnell wütend wird. Sein Schlafrhythmus ist stark verschoben, der Patient ist aber kaum aus dem Schlaf erweckbar. Seine Schmerzempfindlichkeit scheint stark herabgesetzt zu sein.

Für mich war damit klar, was der junge Mann für ein Arzneimittel braucht.

Ich verrate es Ihnen aber nicht.

Das hat einen guten Grund: Ich möchte vermeiden, dass Sie denken, dass das Arzneimittel, das ich dem Patienten gegeben habe, immer und gegen jede Schlaflosigkeit hilft. Das würde es nämlich sehr wahrscheinlich nicht tun! Sie wären dann enttäuscht und würden denken, dass bei Ihnen Homöopathie nicht wirke.

So ist das aber nicht mit Homöopathie.

Homöopathie heißt, dass ein Arzneimittel möglichst genau zu Ihren Symptomen, also zu Ihrer Art von Schlaflosigkeit und zu den anderen Symptomen, die Sie haben, passen muss. Wir in der Homöopathie arbeiten wesentlich individueller als die Schulmedizin, mehr auf den einzelnen Patienten ausgerichtet. Keine Verschreibungen von der Stange. Wir kennen buchstäblich Hunderte von verschiedenen Schlaflosigkeiten. Welche ist die Ihre? Wahrscheinlich sieht die anders aus als die meines Patienten.

Homöopathie gegen Schlafstörungen - Volltreffer!

Wieder glücklich - Homöopathie bei Schlafstörungen - Heilpraxis Markus Dankesreiter
(Bildquelle: Sammy Sander auf Pixabay)

Ich verschreibe ihm also das homöopathische Arzneimittel: drei Globuli als Einmalgabe. Wir vereinbaren, dass er sich in einigen Wochen bei mir meldet.

Ich höre über vier Monate nichts von dem jungen Mann.

Dann bekomme ich eine Email von ihm.

Die E-Mail enthält eine Entschuldigung dafür, dass er sich so lange nicht gemeldet hat. Und einen Dank an mich: Es geht ihm super! Die Schlafprobleme sind schnell verschwunden - und er hat einen Job gefunden, der ihm sehr viel Spaß macht.

Das Fallbeispiel ist hier zuende. Sie können jetzt aufhören zu lesen.

Oder auch nicht.

Denn vielleicht haben Sie eine Frage:

 

Heilt Homöopathie immer so schnell?

Nein, definitiv nicht.

In meinen mittlerweile knapp 10 Jahren Erfahrung als Heilpraktiker in Regensburg brauchte es bei den meisten meiner Patienten mehrere Termine, bis ich ein Arzneimittel gefunden hatte, das überzeugend wirkte. In einigen Fällen war es so, dass jedes Arzneimittel einen kleinen Schritt zur Linderung oder Heilung bedeutete und wir uns allmählich zu einem zufriedenstellenden Zustand vorarbeiteten. Gerade bei komplizierten und schon lange bestehenden Erkrankungen kann dieser Prozess, wie in der Schulmedizin auch, Jahre dauern. Und bei manchen Patienten schaffe ich es leider gar nicht, eine hilfreiche Arznei zu finden. Ich bin froh, dass das bisher nur wenige waren.

Ich schreibe das hier, weil ich ehrlich sein und keine falschen Erwartungen wecken will. Aber bitte unterscheiden Sie zwischen falscher Erwartung und berechtigter Hoffnung. Denn dieser Fall zeigt eindrucksvoll, was eine Behandlung mit Homöopathie kann.

 


Homöopathie bei Schlafstörungen - Heilpraktiker Markus Dankesreiter

Autor: Markus Dankesreiter, Heilpraktiker in Regensburg.
Spezialisiert auf Klassische Homöopathie, Genuine Homöopathie, Predictive Homoeopathy.
SHZ-akkreditierte Ausbildung in Homöopathie.
Praxiserfahrung seit 2012.
Abgeschlossenes Studium der Physik (Diplom).


Hinweis: Dieser Fallbericht gibt meine eigene reale Erfahrung wieder und stellt keine allgemeine Therapieempfehlung dar. In der Wissenschaft ist Homöopathie bisher nicht als wirksame Therapie anerkannt. Bitte hier weiterlesen...