Überarbeitet am 21.05.2026

„Eigentlich müsste es doch langsam besser werden.“
Das denken viele Menschen, die an einer Gastritis leiden, die einfach nicht verschwinden will. Der Magen bleibt empfindlich. Beschwerden kommen immer wieder zurück. Und irgendwann beginnt sich
das ganze Leben um den Bauch zu drehen.
Oft hat alles relativ harmlos begonnen: etwas Magendruck, immer wieder Übelkeit, ein Brennen im Oberbauch oder das Gefühl, bestimmte Speisen plötzlich nicht mehr gut zu vertragen. Viele nehmen dann Säureblocker, achten stärker auf ihre Ernährung oder hoffen einfach, dass sich der Magen wieder beruhigt.
Und manchmal funktioniert das auch.
Doch bei einigen Menschen entwickelt sich daraus eine langwierige Angelegenheit: Die Beschwerden bessern sich vielleicht kurzzeitig, kommen aber wieder. Dann vielleicht ein neuer Versuch mit anderen Mitteln, der aber auch nur für kurze Zeit hilft. Die Gastritis geht einfach nicht weg, der Magen bleibt empfindlich. Stress, ein etwas üppigeres Essen, ein Gläschen Wein oder andere scheinbar kleine Auslöser verschlimmern das Brennen, den Druck oder die Übelkeit.
Mit der Zeit beginnt sich das dann auf den Alltag auszuwirken.
„Ich habe ständig darüber nachgedacht, was mein Magen als Nächstes macht“
Dazu ein Fallbeispiel aus meiner Praxis: Der Patient ist ein junger Mann Anfang 20. Er wirkt sportlich und macht einen recht aufgeräumten Eindruck. Er erzählt mir, dass er mit dem Magen zu tun hat und dass ihn dies stark beeinträchtigt.
Begonnen hatte es vor etwa einem Jahr: Er hatte trainiert und deswegen stark geschwitzt, war dann aber nicht gleich zum Duschen gegangen, sondern noch eine Weile verschwitzt dagesessen.
Vielleicht hatte er sich dabei etwas verkühlt. Vom Sport hungrig, hatte er dann eine ordentliche Portion Pommes gegessen. Danach wurde ihm übel und er musste einige Male erbrechen. Einmal war das
Erbrochene teilweise schwarz. Das deutete auf eine Blutung hin, aber er hatte das nicht so ernst genommen. Im Nachhinein beurteilte er diese Situation als den Ausgangspunkt seiner Magenprobleme.
Dieser Zustand ging aber wieder vorbei. Er ist damals nicht zum Arzt gegangen, denn es schien ihm eine einmalige Episode gewesen zu sein.
Einige Monate später wurde ihm immer wieder übel. Nach einer Feier mit reichlichem Essen blieb die Übelkeit dauerhaft, dazu kam ein Stechen unter dem rechten Rippenbogen. Nun ging er doch zum
Arzt. Der hatte ihm den Säureblocker Pantoprazol und ein Mittel gegen das Erbrechen (Metoclopramid) verordnet. Die Beschwerden verschwanden, kehrten aber schon nach drei Tagen zurück.

Eine anschließende Magenspiegelung ergab, dass er eine mittlerweile abgeheilte akute Gastritis Typ B (also eine bakterielle Entzündung der Magenschleimhaut) gehabt hatte, nun aber eine chronische Gastritis. Das Bakterium Helicobacter pylori war nicht mehr nachweisbar. Daraufhin wurde die Pantoprazol-Dosis verdoppelt und die Beschwerden besserten sich innerhalb einer Woche. Aber die Übelkeit wollte einfach nicht verschwinden. Das geht jetzt bald schon zwei Monate so: Die Gastritis will nicht verschwinden. Deshalb war er nun hier und hoffte, dass mein Behandlungsansatz bei ihm erfolgreicher sein würde.
So eine Chronifizierung von Magenbeschwerden ist nicht nur körperlich belastend, sondern auch psychisch. Denn das Leben wird dadurch immer mehr eingeschränkt: Man hat weniger Energie für den
Alltag, die Übelkeit macht einen regelrecht fertig und das Essen vermeintlich harmloser Speisen wird zum Minenfeld. Man weiß nie so genau, wann der Magen wieder mit vermehrtem Druck, Völle,
Aufstoßen, Brennen oder Übelkeit reagiert. Unsicherheit macht sich breit: Was kann ich essen? Was vertrage ich heute vielleicht wieder nicht? Wird mir schlecht werden, wenn ich unterwegs
bin?Warum reagiert mein Magen so empfindlich - und ich weiß nicht mal genau auf was? Und schließlich: Werde ich jemals wieder gesund?
Viele dieser Magenpatienten beobachten sich ständig selbst: Drückt es jetzt wieder, fängt es schon wieder an? Wird mir jetzt wieder flau? Das ist Stress pur! Und der schlägt sich wiederum auf den
Magen und verschlimmert so die Probleme. Ein Teufelskreis.
Essen verliert so seine Selbstverständlichkeit, Leben wird anstrengend.
Wenn die Gastritis nicht weggeht und Untersuchungen keine richtige Erklärung liefern
Der junge Mann hatte bereits verschiedene Untersuchungen und Behandlungen hinter sich. Es ist wichtig zu wissen, womit man es zu tun hat. Deswegen empfehle ich bei anhaltenden Beschwerden in jedem Fall eine schulmedizinische Abklärung. Gleichzeitig erleben gar nicht so wenige Menschen, dass trotz aller Untersuchungen keine einfache oder vollständige Erklärung gefunden wird oder dass die Standard-Therapie einfach nicht richtig wirkt.
Ein Grund dafür kann sein, dass gerade bei chronischen oder wiederkehrenden Magenproblemen häufig mehrere Faktoren zusammenspielen:
- Stress,
- Erschöpfung,
- innere Anspannung,
- Schlafmangel,
- Belastungen im Alltag,
- anhaltende Konflikte,
- unregelmäßiger Lebens- und Essrhythmus
- und manchmal auch die ständige gedankliche Beschäftigung mit den Beschwerden selbst.
Der Verdauungstrakt kann deutlich sensibler auf psychische und körperliche Belastungen reagieren, als vielen bewusst ist.
Der Blick auf den ganzen Menschen
In meiner Praxis geht es deshalb bei solchen Beschwerden nicht nur darum, eine Diagnose wie "Chronische Gastritis" zu finden und die zugehörigen Symptome direkt anzugehen. Das hatte der junge Mann im Fallbeispiel ja schon versucht und es hatte nicht funktioniert. Wenn eine Gastritis nicht weggeht, ist es ebenso wichtig, die gesamte gesundheitliche Situation eines Patienten, seine Lebensumstände und seine Reaktionen darauf zu untersuchen.
Deswegen versuche ich zu verstehen:
- Wie hat sich die Situation entwickelt?
- Welche Faktoren verschlechtern oder verbessern die Beschwerden?
- Welche Reaktionsmuster sind im Verlauf entstanden?
- Und wie reagiert der Mensch insgesamt auf Belastungen?
Dabei arbeite ich mit klassischer oder genuiner Homöopathie und ausführlichen Gesprächen, um die individuelle Situation möglichst ganzheitlich und differenziert zu erfassen. Gerade Menschen mit länger bestehenden Beschwerden erleben dabei häufig, dass sie zum ersten Mal nicht nur mit ihrer Diagnose, sondern als Mensch mit ihrer gesamten Situation wahrgenommen werden.
Wie sieht das konkret aus? Dafür kommen wir zurück zu unserem jungen Mann: Ich frage ihn nach seinen aktuellen Symptomen - und zwar nach allen, nicht nur nach den Magen-Symptomen.
Der junge Mann erzählt:
Die Übelkeit tritt bei verschiedenen Gelegenheiten auf: Morgens vor dem Frühstück, beim Busfahren, bei Stress und wenn er beim Sport schwitzt und dann abkühlt. Dazu immer am Wochenende, teils mit
Schüttelfrost - was ihn besonders belastet, weil er deswegen kaum mit Freunden ausgehen kann. Oft hat er dabei auch Bauchweh. Essen hilft ihm gelegentlich, aber dafür bekommt er Völlegefühl und
Blähungen. Beim Erbrechen hat er Schweißausbrüche und Schüttelfrost, manchmal auch ein Brennen im Bauch. Gegen Sahne hat er eine Abneigung, die kann er nicht mal runterschlucken. Zusätzlich
leidet er an Heuschnupfen, das aber schon lange.
Insgesamt ist er ein verantwortungsbewusster Mensch, sehr strukturiert und zielstrebig, ruhig und höflich, kann aber auch heftig aufbrausen. Vor neuen Situationen ist er immer sehr nervös.
Auf Grundlage dieser Informationen, die ich im ausführlichen Gespräch mit ihm gewonnen hatte, begann ich dann die homöopathische Behandlung.
Langsame Stabilisierung statt schneller Wunderlösung
Die Entwicklung war erfreulich. 4 Wochen und 8 Wochen nach Behandlungsbeginn kam der junge Mann wieder zu mir in die Praxis und berichtete: Anfangs hatte er nochmal einige Tage mit Übelkeit und Appetitlosigkeit zu kämpfen, aber seitdem wurde es kontinuierlich besser. Erst hatte sich der Magen soweit beruhigt, dass er nur noch Anflüge von Übelkeit hatte, gar keine Übelkeit mehr beim Busfahren, fast kein Bauchweh mehr und dass die Blähungen nahezu verschwunden sind. Die Situation stabilisierte sich im Verlauf der nächsten Wochen weiterhin: Meist dachte er gar nicht mehr an die Beschwerden, sie waren fast ganz verschwunden. Sein Magen war zwar noch etwas nervös und er musste darauf achten, sich nicht zu überessen. Aber ansonsten hatte er keine Übelkeit und kein Bauchweh mehr. Vor kurzem hatte er sogar Sahnetorte gegessen - sowas hätte er bis vor kurzem gar nicht runtergekriegt! - und ihm wurde davon natürlich schlecht. Aber auch das ging wieder weg.

Das Beste waren die Auswirkungen auf sein Leben: Das Essen wurde wieder entspannter. Die ständige gedankliche Kontrolle ließ nach. Und damit verschwand auch ein Teil der inneren Anspannung, die sich zuvor immer stärker aufgebaut hatte.
Er hatte den Eindruck, dass seine alte Stärke wiedergekommen war und er seinem Körper wieder mehr vertrauen konnte. Dazu gehörte auch, dass er trotz starken Pollenflugs aktuell von seinem
Heuschnupfen nichts spürte.
Die Behandlung des jungen Mannes hatte insgesamt 2 Monate gedauert. Gerade bei chronischen und wiederkehrenden Beschwerden ist eine kontinuierliche Entwicklung hin zum Positiven oft nachhaltiger
als ein schnelles Verschwinden der Symptome.
Chronische Beschwerden brauchen oft eine ganzheitliche Betrachtung
Gerade bei länger bestehenden Magenproblemen oder wenn die Beschwerden immer wieder zurückkommen gibt es selten einfache Standardlösungen. Menschen reagieren sehr unterschiedlich:
- auf Stress,
- auf Ernährung,
- auf Belastungen,
- auf Medikamente,
- und auch auf therapeutische Ansätze.
Deshalb ist es aus meiner Sicht sehr hilfreich, Beschwerden nicht nur isoliert als „Magenproblem“ zu betrachten, sondern die gesamte Entwicklung hin zu diesen Beschwerden und die individuelle Situation des Patienten mit einzubeziehen.
Wenn Sie sich in dieser Situation wiedererkennen
Vielleicht kennen Sie selbst das Gefühl, dass Beschwerden trotz Behandlungen nie wirklich verschwinden. Oder Sie haben das Gefühl, dass Ihr Körper immer empfindlicher reagiert und sich vieles nur noch um die Symptome dreht.
In meiner Praxis begleite ich seit vielen Jahren Menschen mit chronischen oder wiederkehrenden Beschwerden — mit klassischer und genuiner Homöopathie und einer ausführlichen individuellen
Betrachtung ihrer Situation.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, wie ich dabei vorgehe, finden Sie hier weitere Informationen:
Autor: Markus Dankesreiter, Heilpraktiker in Regensburg &
Diplom-Physiker
Spezialisiert auf Klassische Homöopathie, Genuine Homöopathie, Predictive Homoeopathy
Zertifiziert bei der Stiftung für
Qualität in der homöopathischen Therapie SQhT (früher: Stiftung Homöopathie-Zertifikat SHZ)
Praxis seit 2012
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