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Werden für die Entwicklung homöopathischer Medikamente Tierversuche durchgeführt?


Weißer Hundewelpe blickt in die Kamera
(Bildquelle: Pixabay)

Ganz klar: Nein! Keine Tierversuche.

Es gehört zum Grundprinzip der Homöopathie nach Hahnemann, dass die homöopathischen Arzneimittel an freiwilligen, gesunden Menschen getestet werden. Im Fachjargon nennt man das eine "homöopathische Arzneimittelprüfung". Bei so einer Arzneimittelprüfung bekommen die Freiwilligen die Substanz verabreicht, die man testen will, und zwar meist in Hochpotenz und in mehreren Dosen.

Wenn sich daraus bei den Freiwilligen Symptome entwickeln - Schmerzen, seltsame Empfindungen, Stimmungsveränderungen etc., dann werden diese fein säuberlich protokolliert. Diese Protokolle werden dann in die Fachliteratur eingearbeitet, mit der wir Homöopathen arbeiten.

Wie dies im einzelnen abläuft, das hat Samuel Hahnemann vor über 200 Jahren in seinem "Organon der Heilkunde" beschrieben [1]. Seine Empfehlungen von damals wurden und werden in einigen Punkten kritisiert und sind daher weiterentwickelt worden [2], sodass heute die meisten Arzneimittelprüfungen unter strengeren Bedingungen durchgeführt werden. Auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat hierzu eine Empfehlung herausgegeben [3].

Tierversuche kommen dabei definitiv nicht zum Einsatz.

 

 

Quellen:
[1] Samuel Hahnemann, Organon der Heilkunst, Dresden und Leipzig, Arnoldische Buchhandlung, 1833
[2] Josef M. Schmidt, Taschenatlas Homöopathie in Wort und Bild, Heidelberg, Haug, 2001
[3] Bekanntmachung über die Zulassung, Nachzulassung und Registrierung von Arzneimitteln (Empfehlungen der Kommission D des Arzneimittelgesetzes nach § 25 Abs. 6 und Abs. 7 zur Planung und Durchführung homöopathischer Arzneimittelprüfungen) vom 18. November 1998, BfArM, http://www.bfarm.de/SharedDocs/Bekanntmachungen/DE/Arzneimittel/besTherap/bm-besTherap-19981118-zul-hom-pdf.pdf?__blob=publicationFile&v=4 (abgerufen am 4.2.2019)