Homöopathie - so gut wie Schulmedizin?


Bildquelle: Pixabay
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Als Homöopath ist man daran gewöhnt, dass in den Medien immer wieder behauptet wird, es gebe keinen wissenschaftlichen Beleg für die Wirkung der Homöopathie. Man ist daran gewöhnt, dass sich dort immer wieder dieselbe Handvoll von Wissenschaftlern zu Wort meldet, die die Homöopathie als wissenschaftlichen Unsinn abtun. Man könnte manchmal meinen, die gesamte Wissenschaft sei gegen die Homöopathie eingestellt.

Doch vor vor drei Wochen wurde ich eines besseren belehrt, und das kam so:

 

Am 25. und 26. Mai fand im schönen Heppenheim der von der SHZ (Stiftung Homöopathie Zertifikat) organisierte Kongress "Forschung in der Homöopathie - Vergangenheit - Gegenwart - Zukunft" statt. Dort referierten namhafte WissenschaftlerInnen über Ihre Arbeiten zur Homöopathie und zu verwandten Gesundheitsthemen. Ich hatte dort die Ehre, vier der Wissenschaftler interviewen zu dürfen: Den auch als Buchautor bekannten Prof. Dr. Dr. Harald Walach, dessen Forschungsgegenstand die Forschungsmethodik in der Komplementärmedizin ist; den ehemaligen WHO-Direktor Prof. Dr. Dr. Heinz Spranger, der sich seit vielen Jahren damit beschäftigt, was denn eigentlich passieren muss, sodass Patienten tatsächlich gesünder werden; den Biologen Prof. Dr. Dr. Christian Endler, der homöopathische Effekte an Hochland-Amphibien untersucht;  und den Physiker und Grundlagenforscher Dr. Stephan Baumgartner. Und bei diesen Interviews durfte ich endlich mal wieder erleben, wie echte Wissenschaftler sind: Neugierig, offen, präzise, akkurat.
 
Mich hat besonders in den Interviews die wissenschaftliche Grundhaltung beeindruckt, die diese Vier zeigen: Sie sehen die Homöopathie durchaus als eine wissenschaftliche Anomalie - und gerade das ist es, was ihren Forschergeist anregt! Sie lassen sich nicht zu voreiliger Ablehnung hinreissen, sondern untersuchen dieses Phänomen Homöopathie methodisch sehr, sehr genau und von allen Seiten.
 
Für eine ausführliche Darstellung der Forschungsergebnisse dieser Wissenschaftler reicht der Platz hier in diesem Blog natürlich nicht aus. Aber ich würde deren Grundaussagen so zusammenfassen:
  • Laborversuche an homöopathischen Arzneimitteln und klinische Studien zeigen Wirkungs-Effekte, die zwar teilweise nur klein sind, aber hochsignifikant und sich nicht so einfach wegerklären lassen.
  • Bei Untersuchungen echter Behandlungen in homöopathischen Praxen sieht es völlig anders aus, betont ganz besonders Prof. Walach: Hier haben wir große Effekte! In der Praxis zeigt sich nämlich, dass eine homöopathische Behandlung bei typischen Beschwerden (Allergien, Asthma, Sinusitis, Neurodermitis, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Ängsten und Depressionen) eine Besserung bewirkt, die etwa genauso stark ist wie bei einer normalen schulmedizinischen Behandlung, bei einem Teil der Beschwerden sogar noch besser. Das belegen Beobachtungsstudien wie z.B. die von Claudia Witt et al (2005). Und das bei geringeren Nebenwirkungen!
  • Prof. Spranger und seine Kollegen erklären das etwa so: Die Homöopathie ist grundsätzlich eine Arzneimittel-Medizin, geht aber durch das homöopathische Gespräch weit darüber hinaus, bezieht also den Patienten viel stärker mit ein und hilft ihm dabei, sich und seine Gesundheit besser verstehen zu lernen. Das alles wirkt zusammen und stärkt den Patienten in seinem Gesundungsprozess.
 
Das Fazit der Aussagen dieser Wissenschaftler: Die Homöopathen scheinen in ihrer Behandlung etwas sehr richtig zu machen, von dem alle medizinschen Berufe lernen könnten.
 
Und so eine Aussage bin ich als Homöopath nun wirklich nicht gewohnt.