Homöopathie - die sanfte Methode

Homöopathische Medikamente werden meist in Form von Globuli verabreicht
(Quelle: Thomas Francois/Shutterstock.com)

Stellen Sie sich vor, es gäbe eine Medizin, die nicht versucht, Beschwerden und krankhafte Vorgänge im Körper von außen zu regeln. Eine Medizin, die entgleiste Körperabläufe nicht durch hohe Dosen von Chemikalien, Hormonen und anderen Medikamenten beeinflussen will. Eine Medizin, die dem menschlichen Körper zutraut, dass er mit einer kleinen Anschubhilfe wieder selbst in der Lage ist, die Dinge zu regeln, Gewebsschäden zu reparieren, Stoffwechselstörungen zu beheben usw. Und die daher frei von den klassischen Nebenwirkungen ist.

 

Diese Medizin ist für mich die Homöopathie, und so erlebe ich es auch in meiner Heilpraxis. Durch die Gabe von homöopathisch zubereiteten Substanzen versuche ich gemeinsam mit meinen Patienten, den Körper durch das Setzen eines Reizes dazu zu bewegen, sich selbst zu heilen. Unser Körper verfügt über eine ganze Reihe von Systemen zur Selbstheilung - sonst hätten wir die Evolution nicht überlebt! Etwa ein ganz ausgeklügeltes Immunsystem, mit dem die meisten natürlich vorkommenden Schädlinge erkannt und beseitigt werden können; hormonelle und andere Rückkopplungssysteme, mit denen der Körper ein für ihn gesundes Gleichgewicht sucht; Protein-Fabriken, mit denen geschädigte Gewebe repariert werden können. Manchmal - und im Laufe des Alterns auch zunehmend - gelingt es unserem Körper nicht, die Selbstheilung in Gang zu bringen und die Dinge entgleisen. Langsam bei chronischen Krankheiten, schnell und heftig bei schweren akuten Krankheiten.

Das Setzen des homöopathischen Reizes geschieht meist mit Hilfe von sorgfältig ausgewählten Globuli, also kleinen Zuckerkugeln, die mit der verdünnten und verschüttelten Substanz beträufelt sind, oder mit einer als Tropfen verabreichten alkoholischen Lösung der Substanz. Als Ausgangssubstanz kommen nahezu alle Stoffe in Frage - chemische Verbindungen wie etwa Kochsalz, Silbernitrat oder Phosphorsäure, auch Pflanzen, tierische Produkte wie Tintenfisch-Tinte oder Bienengift und sogar Präparate aus erkranktem Gewebe. Aber eben alles hochverdünnt, sodass diese Substanzen keine giftige Wirkung haben - die Dosis macht das Gift.

 

Das für einen bestimmten Patienten passende homöopathische Arzneimittel muss laut dem Begründer der Homöopathie, dem Arzt, Pharmazeuten und Übersetzer Dr. Samuel Hahnemann, nach dem Ähnlichkeitsprinzip gefunden werden: "Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden", um die Störung der Lebenskraft zu beheben und die Selbstheilung in Gang zu setzen. In der Praxis bedeutet das, dass wir Homöopathen sehr viele Fragen stellen, weil wir wissen müssen, wie denn die Beschwerden genau aussehen und wie sie sich für den Patienten anfühlen. Auch ob sich die Gemütslage mit der Krankheit verändert hat oder ob Beschwerden vorhanden sind, die mit der Hauptbeschwerde scheinbar nichts zu tun haben. Das alles ist laut Hahnemann Ausdruck der gestörten Lebenskraft.

 

Heute reden wir allerdings nicht mehr von Lebenskraft, sondern wir nennen es "Autoregulation" oder "Selbstregulation". Das Ähnlichkeitsprinzip hat nach wie vor seine Gültigkeit, wie wir u.a. aus Versuchen mit Zellkulturen wissen. Und das formulieren Wissenschaftler heute so: Wenn Substanz A eine Zelle schädigt und eine andere Substanz B, deren Schädigungsmuster dem der Substanz A ähnlich ist, in sehr starker Verdünnung dazugegeben wird, dann beginnen die Zellen deutlich schneller mit dem Reparieren der erlittenen Schäden.

 

Die Homöopathie ist zwar nach wie vor nicht allgemein wissenschaftlich anerkannt. Doch gerade in den neuesten Forschungen erweist sich, dass die gute alte Homöopathie bereits seit über 200 Jahren physikalische und biologische Effekte nutzt, die wir jetzt erst entdecken.

 

 


Disclaimer:

Um Missverständnissen vorzubeugen, möchte ich Sie auf folgendes aufmerksam machen:

Ich habe mich als Homöopath und Diplom-Physiker eingehend mit der wissenschaftlichen Forschung und der Studienlage zur Homöopathie beschäftigt. Die Forschungsergebnisse sind aus physikalischer Sicht hochinteressant, medizinisch jedoch nicht eindeutig - medizinische Studien erbringen leider immer nur Wahrscheinlichkeits-Ergebnisse. Diese Ergebnisse fallen zwar nach meiner Beurteilung zugunsten der Homöopathie aus. Dennoch gilt die Homöopathie weiterhin als reine Erfahrungsmedizin und ist keine allgemein anerkannte Heilmethode im Sinne einer Anerkennung durch die Schulmedizin.

 

Sollten Sie an einer - nach heutigen Standards als wirksam anerkannten - sogenannten schulmedizinischen Therapieform interessiert sein, fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Apotheker. Sind Sie an einem erfahrungsmedizinischen Weg interessiert - gerne auch als Ergänzung zu einer schulmedizinischen Therapie -, stehe ich Ihnen mit all meiner Erfahrung und Fachkenntnis gerne zur Seite.